Archiv der Kategorie: Race

Wettkampfergebnisse, -Berichte und meine Planung.

Saisonabschluss 2010: Erlangener Triathlon

Mit etwas Verzögerung mein Wettkampfbericht zum Erlangener Triathlon.

Am 08. August fand für mich wieder ein Wettkampf statt: Beim Erlangener Triathlon stand ich bei der Mitteldistanz am Start. Um 5.30h sind Michael und ich in Lohr aufgebrochen und waren schon um ca. 7.00h vor Ort. So blieb ausgiebig Zeit, noch die Startunterlagen abzuholen, den Wechselplatz einzurichten und sich in den Neo zu schälen.

Um 9.15h gings in der letzten Startgruppe auf die Verfolgung der 10 Minuten vorher gestarteten Gruppe. Im Wasser kam ich eigentlich ganz gut weg. Am Anfang war es ziemlich eng im Feld und zum Einsortieren musste ich diesmal mehr überholen als mich zurückfallen lassen. Nach der Wende habe ich dann einen Schwimmer gefunden, bei dem ich fast bis zum Ausstieg im Wasserschatten bleiben konnte.

Auf dem Rad habe ich diesmal etwas früher begonnen, Druck zu machen. Zu Beginn der zweiten Radrunde hat dann Regen eingesetzt, so dass ich in Kurven gut aufpassen musste, dass ich mich nicht auf die Nase lege. Trotzdem konnte ich nochmal zulegen und war auf der 2 Hälfte noch ein klein bisschen schneller, als in der ersten Häflte unterwegs.

Es wurde teilweise ordentlich „gelutscht“ und einen Kampfrichter habe ich während der gesamten Zeit keinen einzigen gesehen. Unterwegs hatte ich z.T. den Eindruck, dass sich einige beim Draften auch ziemlich sicher fühlten. Schon schade, dass ohne Wettkampfrichter nicht trotzdem fair gefahren wird.

Der Wechsel zum Laufen verlief diesmal nicht optimal. Auf dem Weg vom Radständer zum Wechselplatz, dachte ich erst, dass der Lauf genauso hart wird wie schon im Kraichgau. Im Wechselzelt lag Teppich aus, der total aufgeweicht war, und so wurden die Füße nochmal richtig naß. Dementsprechend schwer gingen dann auch die Socken anzuziehen. Der Helfer im Zelt war auch etwas voreilig mit dem Wegräumen meines Beutels so dass ich dem auch nochmal mit dem Rest meiner Sachen hinterher rennen musste – naja.

Beim Laufen gings dann aber doch ganz gut. Zunächst bin ich wieder locker angelaufen und habe dann recht schnell einen Rythmus so um die 4 Minuten/km gefunden. Am ersten Wendepunkt habe ich dann Michael getroffen, der knapp 3 Minuten vor mir war. Das hat mich dann natürlich auch motiviert noch etwas nach vorne zu versuchen. Irritiert hat mich, dass ich während des gesamten Laufs nicht ein einziges Mal überholt wurde. Die schnellen Läufer waren aber wohl alle in der ersten Gruppe. Bis zum Ende des Laufs hatte ich keine nennenswerte Probleme und konnte so eine Zeit ins Ziel bringen, mit der ich nie gerechnet hätte.

Der Gute Lauf war nochmal ein schöner Abschluss für diese Saison. Erlangen war nämlich der letzte Triathlon für diese Saison. Vielleicht sogar der letzte  Wettkampf für diese Saison. Mittlerweile steht nämlich die Planung für den Rest des Jahres. Aber dazu zum nächsten mal mehr.

Hier noch die Zahlen:

Schwimmen (2000m) Radfahren (80km) Laufen (20km) Gesamt
0:36:39
(Ø 1:50,0 min/100m)
2:13:44
(Ø 36,1 km/h)
1:19:48
(Ø 3:59 min/km)
4:10:11
53. (AK 8.)

IRONMAN Germany – Rennbericht

Samstag: Vorbelastung, Check-In, Odysee und Fußball

Am Samstag bin ich direkt um 07:00h zu meiner Vorbelastung gestartet: Erst 30 Minuten das Rad getestet und ein ein paar kürzere Antritte eingestreut und dann gleich im Anschluss noch 15 Minuten gelaufen, ebenfalls mit ein paar kurzen Steigerungen. Im Freibad war gleich nach dem Öffnen der Pforten um 08.00h die Hölle los – trotzdem war ich noch kurz schwimmen. Nach dem dann das Frühstück erledigt und die restlichen Sachen gepackt waren sind Sabrina und ich gegen 11 Uhr zum Langener Waldsee aufgebrochen um das Rad abzugeben. Vom Parkplatz aus muss man ca. 2km bis zur Wechselzone laufen, was bei den mittlerweile 35°C nicht unbedingt Spaß gemacht hat. Der Check-In ging relativ schnell von statten. Neu war dieses Jahr, dass es ein Fotoprotokoll gab: Der Veranstallter fotografierte jeden, Athleten zusammen mit seinem Bike, so dass beim Check-Out keine Räder mit den falschen Besitzern die Wechselzone verlassen können. Um uns den Rückweg zu erleichtern, stiegen Sabrina und ich an der Wechselzone in einen Pendelbus ein – in dem guten Glauben, dass wir damit zum Parkplatz kommen. Bis wir uns versahen, war der Bus aber schon auf der B44 Richtung Frankfurt unterwegs. Nach einem kurzen Schock disponierten wir einfach um: Wir wollten sowieso nochmal in die Stadt, weil um 12.00h noch ein Treffen mit meinem Coach und den anderern Teilnehmern aus meinem Coachingprogramm geplant war – und so konnten wir uns wenigstens die Parkplatzsuche sparen. Unerwarteterweise hat uns der Bus dann nur bis zum Rebstockgelände und nicht bis an den Mainkai gebracht. Also sind wir von da mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter. Nachdem wir in der Stadt alles erledigt hatten und ich auf der Expo sogar noch neue Pads für meinen Auflieger bekommen hatte (Zitat von bike24.de: Profile verkauft die entsprechenden Pads in Deutschland nicht als Ersatzteile – jaja) wollten wir auf gleichem Weg wieder zurück zum Langener Waldsee zu unserem Auto. Am Rebstockgelände angekommen warteten wir kurz und der Sonderbus fuhr – an uns vorbei. Nach ein paar Telefonaten und einer mittlerweile recht aufgeladenen Stimmung (die Hitze und die Heerscharen von Fußballfans, die auf dem Weg zum Public Viewing wargen, taten ihr Übriges) haben zwei Damen angehalten, die die Abfahrt der Athletenbusse für den nächsten Morgen abchecken wollten. Die beiden haben uns dann netterweise in ihrem Auto mit zurück in die Stadt genomen, so dass wir vom Expo-Area aus einen anderen Pendelbus nehmen konnten. Mittlerweile lief auch schon die erste Halbzeit des WM-Viertelfinals Deutschland-Argentinen. Das 1:0 bekamen wir durch eine I-Phone App eines anderen Athleten mit. Vom Waldsee aus ging es dann mit dem Auto weiter nach Dreieichenhain zu Brian und Steffi, die uns wieder freundlicherweise aufgenommen haben. Zum Glück verlief das Spiel ziemlich kontrolliert so dass mich das wenigstens nicht noch mehr Nerven kostete :-). Direkt nach dem Spiel sind wir dann noch was Essen gegangen. Danach noch kurz ein paar Sachen vorgerichtet und um 21.30h ab ins Bett. Ich war doch ziemlich müde, so dass ich recht schnell fest eingeschalfen bin – anders als beim letzten mal, wo ich die ganze Nach vor lauter Aufregung kein Auge zumachen konnte 🙂

Sonntag: Pre-Race-Stress, Wellen, Wind, Hitze und Seitenstechen

Vor dem Start:

Der Plan war um 4:30 aufzustehen und um 5:15h loszufahren, so dass für den Weg zur Wechselzone und das Herrichten des Wechselplatzes noch genug Zeit blieb. Irgendwie war es dann doch schon kurz vor halb sechs bis wir losgekommen sind und um fast 6:00h bis wir auf dem Parkplatz waren. Auf dem Weg zur Wechselzone fiel mir ein, dass ich die am Vortag erworbenen Pads im Auto habe liegen lassen. Sabrina ist dann nochmal zurück und hat die Pads geholt während ich dann schon zügigen Schrittes zur Wechselzone gelaufen bin. Während ich noch mitten im Aufbauen war, brachte mir eine andere Athletin dann die Pads, die ihr Sabrina durch den Zaun gegeben hatte. Den ersten kleinen Adrenalin-Kick bekam ich, als ich meine Tube-Box mit der Radverpflegung befüllen wollte: die entsprechende Tüte mit den vorbereiteten Riegel, Gels und Amino-Ampullen war nämlich nicht da. Um nochmal ans Auto zu laufen blieb keine Zeit mehr, denn ich wurde von den Helfern schon aufgefordert, mich langsam im Startbereich einzufinden. Also suchte ich Sabrina am Zaun und bat sie, mir an einem Stand noch ein paar Riegel und Gels zu besorgen. Währenddessen brachte ich die restlichen Sachen in Ordnung. Dort draußen gab es aber keine Riegel, also hat Sabrina einem Helfer ein paar Euro in die Hand gedrückt und ihm gesagt, dass er damit zur Startnummer 298 gehen soll, damit ich mir im Wechselbereich noch ein paar Sachen besorgen kann. Das hat zum Glück noch alles geklappt, so dass ich dann doch mit voller Tube-Box starten konnte. Wäre da noch was schief gegangen, hätte mir bei den Verpflegungsstellen kein Fehler passieren dürfen. Mittlerweile waren es auch nur noch 15 Minuten bis zum Start und ich machte mich jetzt zügig auf dem Weg zum Wasser und traf dort pünktlich zur Nationalhymne ein. Das zeitraubende Anziehen des Neoprenanzugs blieb mir ja leider erspart.

Schwimmen

Für das Schwimmen hatte ich mir vorgenommen, locker anzuschwimmen weil ich damit im Kraichgau gute Erfahrungen gemacht hatte. Der Tumult am Anfang hatte sich recht schnell aufgelöst, so dass ich frei schwimmen konnte. Die Orientierung fiel mir zwischenzeitlich etwas schwer, weil die Bojen die gleiche Farbe wie die Badekappen in meiner Startgruppe (gelb) hatten. Aber im Großen und ganzen war das kein größeres Problem. Auf dem Rückweg in der ersten Schleife nahm ich auf einmal einen doch deutlich höheren Wellengang war – ich nehme dann, dass das vom mittlerweile gestarteten Hauptfeld ausging, das mir auf der anderen Seite der Schleife eingegen kam. Zu Beginn der zweiten Schwimmrunde hatte mich die erste rote Badekappe eingeholt – der schoß wie ein Torpedo an mir vorbei. Auf dem Rückweg von der zweiten Schleife kamen dann schon deutlich mehr Rote Mützen an mir vorbei. Die letzten paar hundert Meter gingen dann doch relativ schwer. Ich fand es hier auch wieder sehr wellig und hab auch einiges an Wasser verschluckt. Nach 1:15 Schwimmzeit war mir das Neoverbot dann auch egal. Ich schätze, dass das auf meine Schwimmzeit einen Aufschlag von 8-10 Minuten bedeutet. Für die besseren Schwimmer war das Neoverbot kein so großer Nachteil wie für mich wobei man wirklich sagen muss, dass das Wasser sehr warm war.

Radfahren

Auf dem Rad hab ich es zunächst sehr locker angehen lassen. In der ersten halbe Stunde wurde ich quasi nur überholt. Ich musste mich auf dem Stück vom Waldsee bis in die Stadt sehr zurückhalten – die Vorgabe nicht mehr wie 220 Watt zu treten war da wirklich etwas schwer umzusetzen. Die Zeit habe ich aber genutzt, das Versorgungsdefizit vom Schwimmen auszugleichen (mit 2 Gels und ein paar Schluck aus der Iso-Pulle). Der Straßenbelag auf der Rennstrecke in der Innenstadt gleicht meinem Geschmack nach einem Acker. Von Schlaglöchern, Kanaldeckeln, Straßenbahnschienen und Baustellen ist hier alles im Programm, was einem das liegen in der Aeroposition erschwert. Selbst bei der ersten Durchfahrt (also nach gut 10km) hab ich schon die ersten Schwämmchen aus den Profile-Aero-Flaschen auf der Straße liegen sehen. Mich hätte es ja ziemlich genervt, wenn mir für die nächsten 170 km das Isogesöff bei jedem Kanaldeckel (und davon kamen noch viele) über die Arme geschwappt wäre. Aber nicht nur im Stadtgebiet war der Zustand der Straßen mitunter kriminell. Sieht man von der Kopfsteinpflasterpasage in Maintal-Hochstadt ab, gibt es auch sonst viele heftige Schlaglöcher. Die ersten 70km habe ich mich strikt an die Vorgabe gehalten nie über 240 Watt zu treten. Sobald ich eine höhere Zahl auf dem SRM gesehen habe bin ich vom Gas gegangen. Auf dem Rückweg von Friedberg nach Frankfurt gab es dann Rückenwind, so dass es auf diesem Streckenabschnitt sehr gut lief. In der ersten Runde kam ich so auf eine Durschnittsleistung von 204 Watt. In der 2ten Runde bin ich dann engagierter gefahren. Ab diesem Zeitpunkt wurde ich dann auch quasi gar nicht mehr überholt. Bis auf dem Weg nach Bad Nauheim bin ich zwar (im legalen Rahmen) in einer Gruppe mitgefahren, in der es immer wieder mal Führungswechsel gab, aber auf dem Rückweg von Bad Nauheim nach Frankfurt hab ich von denen dann niemanden mehr gesehen. Auf der zweiten Runde hatte ich dann eine Durchschnittsleistung von 210 Watt so dass die Renneinteilung für diese Disziplin ziemlich optimal war. Bei der Leistungsdiagnostik am Mittwoch hatte mir Jürgen Sessner davon abgeraten auf eine Zeit von 5:10h zu fahren, aber mit seiner Vorgabe von 209 Watt habe ich jetzt sogar eine noch schnellere Splitzeit erreicht. Ich sag jetzt einfach mal, dass das für meine Aerodynamik spricht 🙂 Zum Wetter: Aus meiner Sicht war das alles viel besser als vorhergesagt. Es gab weder Regen noch empfad ich die Hitze als leistungsbeschränkenden Faktor. Da es auf dem Rad doch noch recht angenehm war, hatte ich mich auch dazu entschlossen, die volle Energiemengen zuzuführen anstatt einem wegen der Hitze um 5-10% reduzierten Ernährungsplan zu folgen.

Laufen

Beim Laufen war mein Plan für die ersten 15km keinen Kilometer schneller als 4:35 Minuten/km zu laufen. Wenn man aus der Wechselzone rauskommt, denkt man bei dem Tempo erstmal, dass man steht. Vor allem weil alle anderen um einen herum viel schneller laufen. Der erste Kilometer war dann zwar doch etwas zu schnell aber ich habe mich doch recht bald in meinem Wettkampftempo eingefunden, auch wenn ich dafür wirklich heftig auf die Bremse treten musste.

Mitte der zweiten Runde kamen dann von einer Sekunde auf die nächste wieder Seitenstiche. Nicht so heftig wie ich das schon anderwo erlebte, aber doch so, dass ich das Tempo etwas rausnehmen musste. Um das Problem wieder in Griff zu bekommen hab ich bei zwei Verpflegungstellen erstmal keine weitere Flüssigkeit zugeführt. Die Seitenstiche gingen dann nach einer halben Runde wieder, aber ich habe dann gemerkt, dass die Akkus jetzt langsam leer werden. Also habe ich begonnen, an den Verpfelgungstellen immer wieder ein paar Meter zu gehen, um ordentlich Cola und Iso tanken zu können. Ab diesem Zeitpunkt war der Marathon ein Eiertanz zwischen Seitenstechen und Energie zuführen. Die Kilometerzeiten wurden dann zwar wieder besser, aber das geplante Zeitziel von 9:45h war nicht mehr zu erreichen. In der letzten Runde habe ich dann ständig gerechnet, ob es wenigstens noch für eine Sub10 Zeit reicht. Wenigstens dieses Ziel konnte ich dann noch kontroliert erreichen. Wie heiß es beim Laufen wirklich war, hab ich eigentlich erst hinterher realisiert. Während des Rennens hat die Kühlung mit Wasser und Schwämmen ganz gut funktioniert.

Fazit

Die Organisation der Veranstalltung ist schon wirklich gigantisch und mir fällt da wenig ein, was man noch verbessern könnte. Dass die Radstrecke 5km länger war finde ich zwar ärgerlich, weil der Wettkampf so schwer mit anderen vergleichbar ist, aber die Bedingungen waren aufgrund des Neoverbots und des heißen Wetters eh außergewöhnlich. Mit meiner Zeit von 9:58h bin ich zwar nicht unzufrieden, aber auch nicht sonderlich glücklich. Ich hatte mir schon etwas mehr vorgenommen. Aber immerhin bin ich mit diesem Ergebnis in der Gesamtwert gut 100 Plätze weiter vorne als bei meiner letzten Teilnahme, was ja schon auf eine Verbesserung schließen lässt. Mit der Endzeit vom Schwimmen bin ich gar nicht zufrieden – da muss ich einfach nochmal investieren. Die Entwicklung auf dem Rad sehe ich als ganz positiv an. Ich konnte im Schnitt 20 Watt mehr treten als vor 2 Jahren. Beim Laufen hätten die Beine meine geplante Laufzeit denke ich hergegeben, aber es war wieder mal das Problem mit den Seitenstichen, das eine bessere Performance vereitelt hat. Mein Ziel von einer Zeit um 9:30h bleibt mir somit erhalten. Ob ich es in Frankfurt umsetze steht im Moment noch in den Sternen, aber eins steht fest: Heute ist nicht alle Tage – ich komm wieder – keine Frage! Ganz besonders bedanken möchte ich mich noch bei allen, die mich auf der Strecke unterstützt haben: Ingesamt waren wieder mehr wie 20 Leute dabei. Danke Sabrina, Winfried, Maria, Markus, Krisi, Johanna, Peter, Bernd, Thomas, Rebecca, Elke, Bruno, Steffi, Brian, Norbert, Werner, Liesel, Conny, Kerstin, Oli, Christiane, Tino, Steffen, Julia und Olaf. Danke für die tolle Unterstützung auf der Strecke! Die vielen Bilder muss ich die nächsten Tage erst noch einsammeln und stelle sie dann hier online.

„Es ist alles im Kopf!“

Die heiße Phase vor dem Saisonhöhepunkt läuft im wahrsten Sinne des Wortes. Heute wurde bekannt gegeben, dass der Neo am Sonntag nicht verwendet werden darf (Die Hessen sagen: „War der Winter kalt und lang, lass den Neo auf der Stang'“).

Deshalb hab ich zusammen mit Michael nochmal das Schwimmen im offnen Gewässer ohne die Gummihaut geübt und ich muss sagen, dass es besser funktioniert, als gedacht – das stellt jetzt also keinen Stress mehr für mich dar und die Schwimmzeiten werden dann ja insgesamt langsamer sein.

Am Mittwoch war ich zur Leistungsdiagnostik in Hilpolstein bei Jürgen Sessner und habe dort auch meinen Coach, den Arne getroffen und konnte nochmal ausführlich mit ihm über das gelaufene Training und die Renntaktik sprechen. Bei der Leistungsdiagnostik wurde keine Ausbelastung gefahren, sondern der Test abgebrochen, sobald erkennbar war, dass ich mehr Energie verbrate, als ich auf der Langdistanz zuführen kann.

Jürgen hat mir dann anhand der Ergebnisse einen Leistungskorridor vorgegeben, in dem ich mich bewegen kann, ohne in ein Energieloch zu fahren – vorausgesetzt die WK-Ernährung stimmt. Fürs Laufen habe ich auch entsprechende Vorgaben bekommen.

Ich habe für mich entschlossen, dass ich versuchen werde, mich an der oberen Grenze des Korridors zu bewegen – gefinished habe ich eine Langdistanz und jetzt will ich wissen was geht.

Dass das Resultat nicht mit den Resultaten anderer Rennen vergleichbar sein wird steht aber schon jetzt fest – kein Neo und 5 Bonus Kilometer sind halt Bedingungen die es sonst eher selten gibt.

Morgen früh steht noch eine kurze Vorbelastung auf dem Programm bevor wir dann am frühen Vormittag Richtung Waldsee fahren um das Rad abzugeben.

Um 12.00h gibts nochmal ein Treffen in der Stadt mit meinem Coach und den anderen Athleten, die von Arne und Jürgen betreut wurden. Danach fahren wir nach Dreieich zu meinem Freund Brian und seiner Frau Steffi, die uns freundlicherweise wieder bei sich aufnehmen – herzlichen Dank schonmal hierfür.

Durch die frühe Radabgabe hab ich den Nachmittag morgen komplett frei und kann hoffentlich nochmal schön entspannen und unserer DFB-Elf ganz entspannt 😉 dabei zuschauen, wie sie die Argentinier nach Hause schickt.

Am Sonntag werden dann jede Menge Freunde, Bekannte und Verwandte auf der Strecke sein und mir moralische Stütze geben. Danke, dass Ihr das bei dem Wetter auf Euch nehmt!

Zum Thema Moral: ich hab auch ein Motto für Sonntag gefunden: „Es ist alles im Kopf!“ Das werd ich mir vor allem auf den ersten 50 Radkilometern und ersten 15 Laufkilometern immer wieder vorsagen – das hilft, nicht zu überzocken.

Hier meine Zeitplanung:

Rennbericht Challenge Kraichgau

Als Generalprobe für Frankfurt sollte die Challenge Kraichgau herhalten. Vier Wochen vor dem großen Tag war der Termin auch perfekt und sicher werde ich viele der Starter auch in Frankfurt wieder sehen. Wenn auf eine miese Generalprobe eine gute Hauptaufführug folgt, dann werde ich am 04. Juli in Frankfurt einen ganz großen Tag haben, denn die Challenge ging mächtig in die Hose. Aber lest selbst:

Das Schwimmen verlief super. Ich hatte gute Linie ganz innen und bin ohne Kampfhandlungen gut durchgekommen. Das relativ lockere Anschwimmen war denke ich ganz gut.  Ergebnis: 3 Minuten schneller wie letztes Jahr.

Rad: war OK –  Nach einer relativ lockeren ersten Viertelstunde habe ich vielleicht ein bisschen früh angefangen mit Druck zu fahren. Das Ganze war aber – denke ich – noch im Rahmen (230 Watt bei Puls 135). Auf jeden Fall war ich knapp 10 Minuten schneller als letztes Jahr.

Laufen: Hier nahm die Katastrophe dann ihren Lauf. Ich hatte auf dem Rad schon gemerkt, dass sich in der Bauchgegend was zusammenbraut. Schon der Gang zum Wechselbeutel war wegen der Magenkrämpfe (oder was auch immer das war) ne echte Qual. In der ersten Runde musste ich immer wieder Gehpausen einlegen. Den Mageninhalt habe ich dann erstmal vorsichtig mit Wasser verdünnt und es wurde dann wieder etwas besser – aber nicht gut. In der Letzte Runde war zumindest wieder lockeres Jogging möglich. Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an meinen Schatz Sabrina, die im Start-Ziel-Bereich der Laufrunde stand und mir so immer ein kleines Zwischenziel gegeben hat, zu dem ich mich vorarbeiten konnte.

Fazit: Das Zeitziel von 4:40 wäre mit einer normalen Laufleistung wohl locker möglich gewesen, wenn da nicht die Bauchprobleme gewesen wären. „Hätte – Wäre – Wenn“ zählt aber nicht.  So wie es gelaufen ist, war es auf jeden Fall nochmal ne Lektion in Sachen Mentaltraining: Ich war noch nie so nah an einem Rennausstieg. Und dass ich es letztenendes trotzdem durchgezogen hab, stimmt mich dann doch wieder positiv. So hab ich in meiner Sportkariere jetzt wenigstens noch eine Rennabbruchbilanz von Null – und das ist ja auch was wert.

Hier das Drama in Zahlen:

Schwimmen (1900m) Radfahren (90km) Laufen (21,1) Gesamt
0:31:37
(Ø 1:39,8 min/100m)
2:33:32
(Ø 35,17 km/h)
1:51:39
(Ø 5:17 min/km)
5:01:27
280. (AK 52.)

Erster Wettkampf – Erster Pokal: 3-Flüsse-Triathlon Gemünden

Da das Freibad in Gemünden im Moment noch renoviert wird, fand das Schwimmen im sehr warmen Hallenbad auf 25m Bahnen statt. Dort wurden 800m geschwommen und die erreichte Zeit auf 1000m hochgerechnet, so dass sich für den Jagdstart mit dem Rad entsprechende Abstände ergaben. Mit meiner Zeit von 13:59 Minuten blieb ich leider etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Auf meiner Bahn waren wir nur drei Schwimmer, so dass es von den Platzverhältnissen sehr angenehm war. Das warme Wasser hat mir aber ziemlich zu schaffen gemacht.

Nach dem Schwimmen wurden am Marktplatz die Startnummern anhand der Position nach dem Schwimmen ausgegeben – der schnellste Schwimmer startete also mit der Nummer 1. Meine Schwimmzeit bedeutete Position 66 mit einem Rückstand von 5:18 Minuten auf den schnellsten Schwimmer.

Auf dem Rad hab ich von Anfang an Druck gemacht. Ich hatte von meinem Coach zwar die Vorgabe die ersten 15 Minuten nicht voll zu fahren, aber wenn Rennen ist, ist eben Rennen 🙂 Auf dem Rad konnte ich dann bis auf Position 11 vorfahren. Mit einer Radzeit von glatt 59:00 Minuten war ich auch gar nicht weit von den Radzeiten der Spitzengruppe entfernt. Für die an Zahlen Interssierten: Meine Durchschnittsleistung über die knappe Stunde waren 257 Watt.

Der Wechsel zum Laufen ging eigentlich ganz gut. Von meinem Coach hatte ich auch hier die Vorgabe, die ersten zwei Kilometer etwas lockerer angehen zu lassen. Mit einem knappen 4er Schnitt bin ich also los marschiert, hatte nach hinten Luft und der nächste Läufer vor mir kam auch langsam näher. Leider hab ich dann wieder Probleme mit Seitenstechen bekommen und musste das Tempo etwas rausnehmen. Am Wendepunkt sind dann aufeinmal zwei von hinten angestürmt gekommen und haben mich überrannt. Bei Kilometer 8 hat das dann wieder einer versucht, aber bis dahin hatte ich mich etwas erholt und konnte das Tempo wieder mitgehen. 500 Meter vor dem Ziel war klar, dass es einen Sprint geben wird. Eine Schlüsselstelle war noch ein Durchgang über eine enge Treppe vom Radweg zum Marktplatz mit dem Zielbereich. Ich hatte schon recht früh das Tempo forciert um als Erster an der Treppe zu sein. Oben angekommen hab ich nur noch Vollgas gegeben und von den Zuschauerreaktion konnte ich ableiten, dass das mein Konkurent auch tat. Die schnelleren Beine hatte aber ich 🙂

Der Zielsprint hatte sich gelohnt: wie sich im Nachhinein herausstellte ging es nämlich um Platz 2 in der Altersklasse M30, den ich mir somit sicherte. Dafür gabs dann auch diesen schönen Pokal:

Mein Fazit: Beim Schwimmen konnte ich mich im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich steigern und hatte mir da eigentlich mehr erwartet. Hier sehe ich für die Zukunft noch viel Potential. Das Radfahren war dieses Jahr ziemlich gut und mit der Leistung bin ich wirklich zufrieden. Beim Laufen muss allerdings noch mehr gehen. Die Beine waren an dem Tag gut, aber ich hatte eben wieder Probleme mit Seitenstichen. Zum Glück weiß ich genau, was ich tun muss, um dieses Problem schnell in Griff zu bekommen, da ich damit schon reichlich Erfahrung habe 🙂

Mein Ergebnis in Zahlen:

Schwimmen Radfahren Laufen Gesamt
17:28,7 (hochgerechnet auf 1000m)
(Ø 1:45 min/100m)
0:59:00,1
(Ø 35,59 km/h)
0:39:01,4
(Ø 3:54 min/km)
1:55:30,3
13. (AK 2.)

Update: Heute (18.05.) war dieser Artikel in der Zeitung. Auf dem oberen Bild bin ich beim Wechsel in die Laufschuhe.

Duathlon Oberursel ohne mich

Am kommenden Wochenende werde ich nicht – wie ursprünglich geplant – bei der Deutschen Duathlon Meisterschaft in Oberursel starten. Auf anraten meines Trainers fällt der Wettkamf zu gunsten von langen Trainingseinheiten für mich flach. Zitat: „Wir brauchen die Zeit für das Training!“

Am Samstag gibt’s stattdessen wieder eine Radeinheit mit GA3 Intervallen und eine Schwimmeinheit. Sonntag wie in den letzten Wochen auch eine lange Radausfahrt und zusätzlich ein kurzer Koppellauf.

Meinen Teamkollegen wünsche ich für Samstag viel Erfolg!