{"id":133465,"date":"2013-07-11T19:04:38","date_gmt":"2013-07-11T17:04:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spyderworks.de\/site1\/?p=133465"},"modified":"2014-02-17T06:54:38","modified_gmt":"2014-02-17T05:54:38","slug":"rennbericht-ironman-germany-2013","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stefan-rauch.de\/?p=133465","title":{"rendered":"Rennbericht Ironman Germany 2013"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Gefinished hab ich schon 3x und eine passable Bestzeit steht auch &#8211; eigentlich kann ich auch mal was riskieren&#8220;, hab ich mir im Vorfeld als Motto zu meinem ersten Saisonh\u00f6hepunkt 2013 ausgedacht. Letztenendes war es dann doch ein kontrolliertes- und vern\u00fcnftiges Rennen. Wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, h\u00e4tte ich f\u00fcr die Erf\u00fcllung eines Traums vielleicht ein bisschen mehr riskieren sollen.<\/p>\n<p>Die Vorbereitungen verliefen in diesem Jahr etwas anders als bei meinen bisherigen Ironman-Vorbereitungen:<\/p>\n<p>1. Konnte ich diesmal in einer relativ gro\u00dfen Trainingsgruppe mit im Kern 4 Mann trainieren,<br \/>\n2. habe ich meine Trainingssteuerung wieder komplett selbst \u00fcbernommen, und<br \/>\n3. war das Wetter im Vorfeld noch nie so schlecht wie 2013.<\/p>\n<p>Nach dem Vorbereitungswettkampf im Kraichgau wusste ich, dass eine Zeit um 9:20h m\u00f6glich ist. Ein abschlie\u00dfender Lauftest\u00a0 \u00fcber 30x800m , bei dem ich jedes Intervall in 3:05 lief, deutete auf eine Form f\u00fcr einen 3:10h Marathon hin und beim Schwimmen hatte ich die letzten Wochen vor dem Wettkampf einige male die 3,8km in Zeiten um 1:00h absolviert (mit Neo und im Becken). Die Trainingswerte auf dem Rad, gerade \u00fcber die l\u00e4ngeren Zeitbereiche kamen nicht ganz an die Werte von 2011 heran, als ich in Roth eine sub5-Radzeit hatte. Daf\u00fcr war \u00fcber die k\u00fcrzeren Zeitintervalle wesentlich mehr Druck da. Ich konnte also ganz gut absch\u00e4tzen, wo ich stand.<\/p>\n<p>Als Ziel hatte ich mir vorab eine Zeit von 9:23h ausgerechnet &#8211; also etwas \u00fcber der Quali-Zeit von 2012.<\/p>\n<h5>Swim<\/h5>\n<p>F\u00fcr den Schwimmstart war ich der ersten Startgruppe um 6.45h zugeteilt. Vorteil dieser Gruppe ist, dass nur knapp 500 Sportler losrudern und nicht wie um 7.00h \u00fcber 2000. Eigentlich dachte ich mir, dass es egal ist, ob 499 Schwimmer oder 1999 um einen herum sind &#8211; in meinem Bewegungsradius ist sowieso nicht mehr Platz wie f\u00fcr 5-6 andere Schwimmer. Allerdings sortiert sich das Feld in einer kleinen Gruppe\u00a0 wesentlich schneller.<\/p>\n<p>Vorab hatte ich mich nochmal mit dem Thema &#8222;Anschwimmen&#8220; besch\u00e4ftigt und zuf\u00e4llig hat Holger L\u00fcning ein paar Tage vor dem Wettkampf diesen Blog ver\u00f6ffentlicht: &#8222;<a title=\"So geht vern\u00fcnftig!\" href=\"http:\/\/allwetterkind.wordpress.com\/2013\/07\/01\/triathlon-so-geht-vernunftig\/\">So geht vern\u00fcnftig!<\/a>&#8222;. Auch wenn der Titel nicht zu meinem Wettkampfmotto passte, nahm ich mir das dort Geschriebene nochmal zu Herzen und habe so vermutlich die Grundlage f\u00fcr einen erfolgreichen Wettkampftag gelegt. &#8222;Hartes Anschwimmen&#8220; ist also Schwachsinn.<\/p>\n<p>Insgesamt gab es recht wenig Schl\u00e4gereien und ich konnte mich recht schnell an ein paar Vorderf\u00fc\u00dfe heften, die Wasserschatten spendeten. So bin ich recht entspannt durch die erste Runde gekommen.<\/p>\n<p>Nach dem kurzen Landgang bin ich auf ein paar Pro-Damen aufgeschommen, deren Wasserschatten ich dann f\u00fcr den Rest der Strecke nutzen konnte. Beim Schwimmausstieg war mein Tag eigentlich schon gerettet: Nicht nur weil ich mit meiner &#8222;Lieblingsdiziplin&#8220; fertig war, sondern auch weil ich mit einer Zeit von 0:59:15 das erstemal in meiner Langdistanzkariere die Schallmauer von 1Stunde durchbrochen hatte.<\/p>\n<h5>Bike<\/h5>\n<p>Der Wechsel aufs Rad verlief problemlos. Anders als in den Jahren zuvor wurden bei Ironman die Regeln f\u00fcr die Transitions ge\u00e4ndert, so dass es jetzt keine Helfer mehr gibt, die einem beim Verpacken des Neos etc. helfen. Das wurde bei allen dotM-Rennen vereinheitlicht und ich finde das auch gut so.<\/p>\n<p>Den ersten Abschnitt der Radstrecke hatte ich noch so in Erinnerung, dass man da fast auf die Bremse muss, um nicht zu schnell loszufahren. Diesmal war das anders: der Wind kam frontal von vorne und vom Start weg musste richtige Arbeit geleistet werden, um auch nur ann\u00e4hernd im anvisierten Tempobereich zu bleiben.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg von Friedberg nach Frankfurt\u00a0 wusste ich dann, wieso es Richtung Norden so schwer voran ging: Mit dem Wind im R\u00fccken hatte ich auf diesem Streckenabschnitt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von \u00fcber 40km\/h und nach Runde 1 war ich wieder voll in meinem Zeitplan.<\/p>\n<p>In der zweiten Runde wurde die Intensit\u00e4t etwas gesteigert (zumindest die gef\u00fchlte) und auf dem Weg nach Friedberg ging es aufgrund des Gegenwinds wieder genauso schwer wie schon auf der ersten Runde. Der Wind muss dann etwas gedreht haben, weil auf dem R\u00fcckweg nach Frankfurt in Runde 2 der Schub von hinten fehlte. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten auf diesem Streckenabschnitt in Runde 2 waren im gesamten Feld deutlich langsamer. verglichen mit denen aus Runde 1. Leider hab ich mein sub5 Zwischenziel auf dem Rad knapp verpasst. Man muss an dieser Stelle dazusagen, dass die Strecke in Frankfurt mit echten 181km ein bisschen zu lang ist, w\u00e4hrend ich in Roth schon nach gut 178km auf die Uhr dr\u00fccken konnte. Von daher sind meine Radleistungen 2011 und 2013, glaube ich, gleich einzustufen.<\/p>\n<p>Hauptbesch\u00e4ftigung beim Radfahren ist ja die Energieaufnahme. Ich hatte mich diesmal zu einer etwas anderen Ern\u00e4hrungsstrategie entschlossen und komplett auf Isogetr\u00e4nke verzichtet. Den Fl\u00fcssigkeitsbedarf habe ich in erster Linie \u00fcber Wasser gedeckt. In jeder Verpflegungsstelle gab es davon eine neue Flasche.<\/p>\n<p>Zur Energieversorgung hatte ich insgesamt 11 Gels in eine gro\u00dfe Radflasche gef\u00fcllt und diese mit Wasser verd\u00fcnnt. Zus\u00e4tzlich hab ich drei Powerbar-Riegel und noch 7 Powerbar Shots (diese lustigen Gel-Gummib\u00e4rchen) in mich reingestopft. So kam ich auf insgesamt 450g KH w\u00e4hrend des Radfahrens. Das sind genau 90g pro Strunde. Um die Verdauung in Gang zu halten gabs zus\u00e4tlich jede Stunde 3-4 Salztabletten. F\u00fcr mich hat sich dieses Konzept sehr gut bew\u00e4hrt. Verglichen mit Roth 2011 konnte ich so mehr Energie aufnehmen und es ist deutlich angenehmer, wie 5-6 Riegel essen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<h5>Run<\/h5>\n<p>Wie schon beim Wechsel aufs Rad gab es auch beim Suchen des Laufbeutels und Umziehen diesmal keine Unterst\u00fctzung. In T2 hab ich mir noch kurz Zeit genommen frische Sonnencreme aufzuspr\u00fchen &#8211; das war auch sinnvoll, denn mittlerweile d\u00fcrfte es um die 30\u00b0C gehabt haben und auf der Laufstrecke gibt es wenig Schatten.<\/p>\n<p>Nach dem Loslaufen wurde ich zun\u00e4chst nur \u00fcberholt &#8211; obwohl ich schon ~4:15 gelaufen bin. Echt krass, wie da manche losstechen. Die erste Runde war ich ganz gut unterwegs und zu Beginn der zweiten Runde mein Zieltempo von 4:30 min\/km gefunden. Ich f\u00fchlte mich bis hier hin ganz gut, die Energiezufuhr funktionierte soweit super und irgendwie war zu diesem Zeitpunkt alles ein bisschen &#8222;zu einfach&#8220;.<\/p>\n<p>Deshalb habe ich Mitte der 3ten Runde wieder etwas auf die Tube gedr\u00fcckt. Das ging aber nicht lange gut und f\u00fchrte zu Problemen in der Bauchgegend. Sicher hatte das auch mit der umfangreichen Fl\u00fcssigkeitsaufnahme bis zu diesem Zeitpunkt zu tun. Um da Abhilfe zu schaffen musste ich mal einen kurzen Boxenstopp einlegen (ja, ich hab kurz dr\u00fcber nachgedacht es w\u00e4hrend des Laufens laufen zu lassen, aber das ging nicht!).<\/p>\n<p>Danach musste sich der Bauch wohl erst wieder an die ver\u00e4nderten Druckverh\u00e4ltnisse gew\u00f6hnen und es brauchte ein paar Minuten, bis ich wieder mehr Gas geben konnte. Daf\u00fcr f\u00fchlte ich mich nach dem Dixi wie ein trockener Energieschwamm und hab in jeder Verpflegungsstelle soviel genommen wie ging &#8211; pro Station\u00a0 mindestens 3 Becher. Mitte der 4ten Runde f\u00fchlte ich mich wieder richtig stark und mit dem Ziel vor Aufgen startete ich eine Endbeschleunigung. Die letzten 5km waren laut GPS-Auswertung meine schnellsten Laufkilometer an diesem Tag. Ich glaube, dass ich da auch nochmal einige Pl\u00e4tze gut gemacht habe, leider nicht genug f\u00fcr die Hawaii-Quali.<\/p>\n<h5>Zusammenfassung<\/h5>\n<p>Insgesamt hatte ich einen 1A-Wettkampf. Ungew\u00f6hnlich ist, dass f\u00fcr mich das Schwimmen subjektiv empfunden am besten lief. Am Rad- und Laufsplit kann man auch nicht unbedingt rummeckern, aber insbesondere die Radleistung stellt mich nicht ganz zufrieden. Insgeheim hatte ich mir eine 4:55h ausgerechnet. Ein schnellerer Bikesplit h\u00e4tte aber vermutlich zu einer gr\u00f6\u00dferen Explosion auf der Laufstrecke gef\u00fchrt, so dass es insgesamt ein sehr ausgewogener Wettkampf war.<\/p>\n<p>Was gibt&#8217;s zur Stimmung und zur Wettkampforganisation zu sagen? Bei der Wettkampfbesprechung wurde uns &#8222;die geilste Finishline der Welt&#8220; versprochen. Ich hab zwar noch nicht alle erlebt, aber kann mir auch nicht vorstellen, wie man den &#8222;R\u00f6mer&#8220; noch steigern k\u00f6nnen sollte. Sorry Roth, aber da kommst Du nicht ganz mit, trotz Solarer Berg. An dieser Stelle auch vielen Dank an alle Daumendr\u00fccker und Anfeurerer, vor Ort oder am Computer und f\u00fcr die vielen Gl\u00fcckw\u00fcnsche, die mich schon erreicht haben &#8211; das ist wirklich eine klasse Best\u00e4tigung.<\/p>\n<p>Hier die Ergebnisse und Gesamtzeiten:<\/p>\n<table border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"180\"><strong><\/strong><strong>Platzierung<\/strong><strong><\/strong><em><strong><br \/>\n<\/strong><\/em>3,8 km Schwimmen<br \/>\nT1<br \/>\n180 km Radfahren<br \/>\nT2<br \/>\n42,2 km Laufen<em><br \/>\n<\/em><strong><em>Gesamt<\/em><\/strong><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"180\"><strong><\/strong><strong>110. (AK 19.)<\/strong><br \/>\n0:59:16 (\u00d8 1:34 min\/100m)<br \/>\n0:04:00<br \/>\n5:00:25 (\u00d8 36,0 km\/h)<br \/>\n0:01:58<br \/>\n3:15:11 (\u00d8 4:38 min\/km)<em><br \/>\n<\/em><strong><em>9:20:48<\/em><\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Bilder vom Rennen:<\/p>\n<p>[nggallery id=45]<\/p>\n<h5>Hawaii knapp verpasst<\/h5>\n<p>Letztlich haben mir 46 Sekunden auf das letzte Hawaii-Ticket gefehlt. Dass es mit der Quali knapp werden w\u00fcrde, hatte ich mir im Vorfeld schon ausgemalt. Leider gibt es w\u00e4hrend des Wettkampfs keine M\u00f6glichkeit an Informationen zu kommen, auf welchem Platz in der AK man sich gerade befindet. Allerdings muss man sich auch mal bewusst machen, was es hei\u00dft, eine knappe Minute zuzulaufen, wenn man eh schon am Limit ist.<\/p>\n<p>Diesmal bin ich ganz knapp gescheitert, aber daf\u00fcr hab ich jetzt die Gewissheit, dass ich in den Bereich reinlaufen kann, in dem die Tickets vergeben werden. H\u00e4tte ich den Slot angenommen, wenn ich schneller gewesen w\u00e4re? Ja, einmal im Leben will ich da schon hin.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr mich aus sportlicher Sicht allerdings mehr z\u00e4hlt ist, dass ich durch mein Ergebnis die Leistung, die ich 2011 in Roth zeigen konnte nochmal in einem anderen Wettkampf best\u00e4tigt habe.<\/p>\n<p>Zeitungsbericht vom 10.07.2013:<\/p>\n<p>[singlepic id=336 w=320 h=240 float=]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Gefinished hab ich schon 3x und eine passable Bestzeit steht auch &#8211; eigentlich kann ich auch mal was riskieren&#8220;, hab ich mir im Vorfeld als Motto zu meinem ersten Saisonh\u00f6hepunkt 2013 ausgedacht. Letztenendes war es dann doch ein kontrolliertes- und vern\u00fcnftiges Rennen. 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